Was dachte er über Che

Hier kommt alles rein was mit Bob Marley zu tun hat

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murillo
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Was dachte er über Che

Beitragvon murillo » 05.01.2011, 21:41

ciao
Ich beschäftige mich schon seit längerem mit Che Guevara und nun auch mit Bob, deshalb interessiert mich natürlich was Bob über Che dachte. gibt es vielleicht ein Interview in dem er sich über ihn äussert oder etwas ähnliches? Ich wäre dankbar für jeden Link, leider fand ich im Netz fast nur irgendwelche Angebote für Tassen, Poster und anderem Mist, für den die beiden aussgeschlachtet werden.. :roll:

In der Biographie von Timothie White über Nesta, stand nicht viel, oder besser fast nichts darüber, nur das Bob mit solchen linken Befreiungsarmeen sympathisiert hätte und natürlich stehen wohl auch seine Songs offen dafür ein.
Aber hat er sich auch dazu geäussert? Was dachte er?

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Strike
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Beitragvon Strike » 09.01.2011, 16:46

Keine Ahnung. Glaube aber nicht, das Bob Marley ein freund Che's war, da Bob Marley genau das gegenteil von Che versuchte. Nämlich das Wort als Waffe benutzen, der friedvolle protest. Will Smith hat das bei I'm Legend gut gesagt. Che hat es genau andersrum gemacht, durch bewaffneten Protest. Che war nicht der One Love typ.
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murillo
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Beitragvon murillo » 10.01.2011, 16:19

Eigentlich ist Che's Definition des Revolutionären tatsächlich eine praktische Umsetzung des One Love Prinzips, auch wenn sie eine Kapitulation in der Beziehung darstellt, dass wirklich allezusammen leben können. Oder besser, dass man Unterdrückung wirklich ertragen muss.
Es wird so dem Sufferah bzw. dem Unterdrückten erlaubt sich zu Verteidigen, also wirklich das Babylon System zu bekämpfen, also ein System, dass so viele Menschen in entwürdigende Slums (wie Trench Town) zwingt, dass dem Schwarzen einredet er sei minderwertig, er und seine ganze Kultur.
Ich glaube also nicht, dass er wirklich ganz dagegen war, aber du hast bestimmt auch recht, wirklich ähnlich waren sie sich nicht.

Danke für die Antwort

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SmallAxe
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Beitragvon SmallAxe » 11.01.2011, 19:31

Hmmmm, ich denke, die einzige Gemeinsamkeit, die die Beiden haben, ist, dass ihr Bild in den Augen vieler heutzutage für etwas anderes steht, als für dass sie sich damals eingesetzt haben.

Bob Marley steht nicht für Links oder Rechts; Kapitalismus oder Kommunismus. Fighting against isms and scisms...

Marley hatte sein Messer gegen die Gitarre eingetauscht, Guevara seinen Arztkoffer gegen ein Sturmgewehr.

murillo hat geschrieben:...und natürlich stehen wohl auch seine Songs offen dafür ein.
Aber hat er sich auch dazu geäussert? Was dachte er?

Das sehe ich anders. Hör dir die Lieder noch mal an, dann weißt du, wie er diesbezüglich dachte und wofür er einstand.

murillo hat geschrieben:Eigentlich ist Che's Definition des Revolutionären tatsächlich eine praktische Umsetzung des One Love Prinzips, auch wenn sie eine Kapitulation in der Beziehung darstellt, dass wirklich allezusammen leben können. Oder besser, dass man Unterdrückung wirklich ertragen muss.

Verstehe ich nicht so. Wenn du meinst, dass "One Love" bedeutet, dass alle gefoltert und getötet werden, die man nicht liebt, weil sie enem nicht nach der Pfeife tanzen, magst du recht haben.

murillo hat geschrieben:Es wird so dem Sufferah bzw. dem Unterdrückten erlaubt sich zu Verteidigen, also wirklich das Babylon System zu bekämpfen, also ein System, dass so viele Menschen in entwürdigende Slums (wie Trench Town) zwingt, dass dem Schwarzen einredet er sei minderwertig, er und seine ganze Kultur.

Verteidigen: ja
Mit Gewalt und Waffen: NEIN!

Auch ist Trench Town nicht wirklich ein Slum. Als es im sozialen Wohnungsbauprogramm gebaut wurde war es durchaus eine fortschrittliche Wohngegend mit stabilen Wänden und einer gewissen Infrastruktur.
Auf Kuba Leben die Leute heute auch übrigends überwiegend in Betonhäusern kaum größer als eine Fertiggarage...
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Beitragvon murillo » 12.01.2011, 16:12

SmallAxe hat geschrieben:Bob Marley steht nicht für Links oder Rechts; Kapitalismus oder Kommunismus. Fighting against isms and scisms...

Absolut einverstanden.

SmallAxe hat geschrieben:Das sehe ich anders. Hör dir die Lieder noch mal an, dann weißt du, wie er diesbezüglich dachte und wofür er einstand.

Das Problem liegt eher in der folgenden Wirkung seiner Songs.
Wenn jemand zu dieser Erkenntnis gebracht wird:
Get up, stand up: stand up for your rights!
Gibt es jemanden der dagegen ist und das führt zur Konfrontation. Ich weiss nicht, aber nach 400 years war er vielleicht der Meinung es reiche und daraus entsteht eine Revolution. Natürlich muss diese nicht links sein, aber zumindest der Theorie nach, könnte er mit einer solchen sympathiesieren.
Africa Unite!

SmallAxe hat geschrieben:Verstehe ich nicht so. Wenn du meinst, dass "One Love" bedeutet, dass alle gefoltert und getötet werden, die man nicht liebt, weil sie enem nicht nach der Pfeife tanzen, magst du recht haben.


Autsch... das ist jetzt wirklich hässlich..
Geschichte kann man immer auf diese oder jene Weise lesen, oder schreiben, also lohnt es sich nicht darüber zu streiten.
Aber natürlich bin ich nicht dieser Meinung.
Che verlangt vom Revolutionären unglaublich viel, was auch bis zum Selbstopfer geht und eben darin steckt die Liebe verborgen, kommen wir von allem Hollywoodmist weg, dieses Selbstopfer erfordert unheimlich viel an Bewusstsein, im Grunde eben das wovon Marley singt, der Liebe:
How long shall they kill our prophets,
While we stand aside and look?
Natürlich kann man gegen seine Ansichten sein und sagen, dass das alles reine Gehirnwäsche gewesen sei, aber dagegen halte ich Che's Todenbild: Ein dünner bärtiger Mann mit verfilztem Haar.

Aber du hast mich vielleicht missverstanden, ich wollte nie sagen Bob sei so extrem wie Che, aber doch meinte ich da wäre vielleicht ein gemeinsamer Grund.

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Beitragvon RobertNesta » 12.01.2011, 17:10

ich denke bob war nicht direkt für eine revolution in einem staat sondern er wollte sagen das eine revolution in den köpfen der menschen von nöten ist.
so hab ichs zumindest verstanden
Das einzig erleuchtene an Religion ist ein brennender Tempel bei Nacht.

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Beitragvon SmallAxe » 12.01.2011, 22:30

murillo hat geschrieben:Das Problem liegt eher in der folgenden Wirkung seiner Songs.
Wenn jemand zu dieser Erkenntnis gebracht wird:
Get up, stand up: stand up for your rights!
Gibt es jemanden der dagegen ist und das führt zur Konfrontation. Ich weiss nicht, aber nach 400 years war er vielleicht der Meinung es reiche und daraus entsteht eine Revolution. Natürlich muss diese nicht links sein, aber zumindest der Theorie nach, könnte er mit einer solchen sympathiesieren.
Africa Unite!


Meiner Theorie nach dürften diese Lieder auf Kuba eher nicht erlaubt sein... Aber auch dort sind die 400 Jahre noch nicht vorüber.
Che hat mit seinem Tod die letzte Kugel verschossen, Marley's Lieder werden ewig treffen.

murillo hat geschrieben:Geschichte kann man immer auf diese oder jene Weise lesen, oder schreiben, also lohnt es sich nicht darüber zu streiten.

Ich war mal vor 10 Jahren auf Kuba. Mit Freiheit hat das ganze nicht viel zu tun, außer vielleicht für die, die sagen, in der DDR war nicht alles schlecht... Das schöne daran, dass wir nicht dort sind ist, dass man sich so offen über die Freiheit unterhalten kann.

murillo hat geschrieben:Che verlangt vom Revolutionären unglaublich viel, was auch bis zum Selbstopfer geht und eben darin steckt die Liebe verborgen, kommen wir von allem Hollywoodmist weg, dieses Selbstopfer erfordert unheimlich viel an Bewusstsein, im Grunde eben das wovon Marley singt, der Liebe:

Revolution hin oder her, das Ergebnis ist meiner Meinung nach eher mangelhaft und weit am "Ziel" vorbei.

murillo hat geschrieben:Natürlich kann man gegen seine Ansichten sein und sagen, dass das alles reine Gehirnwäsche gewesen sei, aber dagegen halte ich Che's Todenbild: Ein dünner bärtiger Mann mit verfilztem Haar.

Ich bin nur gegen seine Ansichten, ich habe im Allgemeinem was gegen totalitäre Systeme.
Was ist mit dem Bild? Mit Bart und strähnigem Haar kennt man ihn doch...

murillo hat geschrieben:Aber du hast mich vielleicht missverstanden, ich wollte nie sagen Bob sei so extrem wie Che, aber doch meinte ich da wäre vielleicht ein gemeinsamer Grund.

Grund? Der Weg ist das Ziel...
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Beitragvon murillo » 13.01.2011, 00:43

Das ich für ein kommunistisches System wäre ist nun schon einige Jahre her und auch damals fand ich nur die Theorie gut, die leider nicht viel mit der Praxis zu tun hat...

Che hatte mit dem realen Sozialimus etwa so viel gemein, wie der Papst mit dem Christentum.

Dein Bild von Che, das du angreifst ist ein sehr Oberflächliches, dahinter steckt aber so viel mehr. Das ist wie wenn jemand sagen würde:
Reggae ist nur Kiffermucke.

Achtung ein Leichenbild:
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:CheExec9B.jpg
btw. Kuba ist ein ganz anderes Thema.
SmallAxe hat geschrieben:Grund? Der Weg ist das Ziel...

Sehr schön gesagt, aber dann muss man auch handeln, wenn das denken der Menschen geändert wird, so ist die Handlung die Folge. @Robertnesta

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Beitragvon SmallAxe » 13.01.2011, 15:20

Che hatte mit dem realen Sozialimus etwa so viel gemein, wie der Papst mit dem Christentum.


Der Pabst ist das Oberhaupt der römisch katholischen Kirche, das ist nur ein Teil des Christentums. Für die jenigen, die dem Pabst Glauben schenken, ist er schon recht wichtig.

Für mich ist Che untrennbar mit der Kubanischen Revolution und dem Regime, welches seit dem dort auf Kuba herrscht verbunden. Vllt ist das ein wenig oberflächlich, aber woanders war er weniger erfolgreich, wie man ja sehr schön auf dem Totenbild erkennen kann.

A propos, ich kenne diese Fotos und habe auch schon mal ne Biographie von ihm gelesen. Soll mich das Bild etwa an Jesus erinnern?? Nun, tut es nicht, da mir keine zeitgenössische Darstellung von Jesus bekannt ist. Und wenn schon, soll es bedeuten, dass der Messias mit einem M2 Sturmgewehr auf die Welt zurückgekehrt ist und die ganze Menschheit vernichten wollte?
[Guevara war ziemlich enttäuscht, als Chruschtschow die Atom-Raketen abgezogen hat. Che war von einem Atomkrieg nicht abgeneigt.]
murillo hat geschrieben:Sehr schön gesagt, aber dann muss man auch handeln, wenn das denken der Menschen geändert wird, so ist die Handlung die Folge.

Die Handlung ist, sich aus Politricks und dem Babylon-Shitstem rauszuhalten...
Und wenn, dann wollte er, dass sich Feinde vertragen, anstatt gegeseitig zu töten:

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Beitragvon murillo » 13.01.2011, 20:42

Das mit dem Papst hast du teilweise richtig beantwortet, aber er bzw. Die Instutition hat auch das neue Testament verraten, Stichwort Reformation, übrigens ist (oder war?) er für die Rastas der Antichrist.

SmallAxe hat geschrieben:dass erdie ganze Menschheit vernichten wollte?
[Guevara war ziemlich enttäuscht, als Chruschtschow die Atom-Raketen abgezogen hat. Che war von einem Atomkrieg nicht abgeneigt.]


Diese Schlussfolgerung ist einfach nur bösartig.
Aber es stimmt (obwohl es wohl nur Castro war?), aber das hat auch eine Vorgeschichte, kaum ein Jahr früher scheitert ein Invasionsversuch der Nordamerikaner bzw. Von ihnen ausgerüstete Exilkubaner und darauf folgte das Embargo, das auch noch heute gilt. Logisch hatte das kleine Kuba Angst vor weiteren Invasionen, Kuba brauchte die Sowjetunion als Schutzmacht und diese hatte damals keine genug nahen (festen) Raketenstellungen, die die USA erreicht hätten. Castro fürchtete wohl einfach geopfert zu werden, was niemals geschehen wäre, wenn daraus ein Atomkrieg gefolgt wäre. Aber glücklicherweise ist nichts passiert. Aber lassen wir das Bitte.

Du hast deine Meinung und Che in deinem System schon längst in die Bösewicht Schublade abgelegt, wie gesagt Geschichte ist relativ, zumindest darin wie man sie auslegt. Wir können uns jetzt noch tagelang Fakten um die Ohren hauen, aber das würde nichts bringen, denn letztlich ist das reine Interpretationsfrage, was für mich bleibt ist eine reine Idee.

SmallAxe hat geschrieben:Die Handlung ist, sich aus Politricks und dem Babylon-Shitstem rauszuhalten...
Und wenn, dann wollte er, dass sich Feinde vertragen, anstatt gegeseitig zu töten:


Frieden zu erreichen ist für mich, fast immer (gandhi), mit schmutziger Arbeit verbunden, für dich nicht, schön. Aber verstehst du mein Argument nicht? Das geht nicht, wenn der Status Quo bereits unmenschlich ist und genau dann muss die Handlung folgen. Also wenn das System in dem man lebt, unmenschlich ist.

Edit:folgt
Zuletzt geändert von murillo am 14.01.2011, 00:31, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitragvon SmallAxe » 14.01.2011, 00:19

murillo hat geschrieben:Das mit dem Papst hast du teilweise richtig beantwortet, aber er bzw. Die Instutition hat auch das neue Testament verraten, Stichwort Reformation,

Hattest du eine Frage gestellt? Welcher Teil ist richtig, welcher falsch? Der Reformator war Luther -> evangelische Kirche

murillo hat geschrieben:übrigens ist (oder war?) er für die Rastas der Antichrist.

Ist bekannt...

murillo hat geschrieben:
SmallAxe hat geschrieben:dass er die ganze Menschheit vernichten wollte?
[Guevara war ziemlich enttäuscht, als Chruschtschow die Atom-Raketen abgezogen hat. Che war von einem Atomkrieg nicht abgeneigt.]


Diese Schlussfolgerung ist einfach nur bösartig.

Nein, es ist keine Schlussfolgerung. Che hat es in einem Interview gesagt.

murillo hat geschrieben:Aber es stimmt (obwohl es wohl nur Castro war? s.o.), aber das hat auch eine Vorgeschichte, kaum ein Jahr früher scheitert ein Invasionsversuch der Nordamerikaner bzw. Von ihnen ausgerüstete Exilkubaner und darauf folgte das Embargo, das auch noch heute gilt.

Falsch! Das Erdölembargo kam vor der Invasion, nach dem Embargo haben die Russen den Kubanern militärische und wirtschaftliche Unterstützung zugesagt.

murillo hat geschrieben:Logisch hatte das kleine Kuba Angst vor weiteren Invasionen, Kuba brauchte die Sowjetunion als Schutzmacht und diese hatte damals keine genug nahen (festen) Raketenstellungen, die die USA erreicht hätten.

Atomraketen sind für eine kleine Insel eine denkbar ungünstige Defensivwaffe...

Castro fürchtete wohl einfach geopfert zu werden, was niemals geschehen wäre, wenn daraus ein Atomkrieg gefolgt wäre. Aber glücklicherweise ist nichts passiert.

Lass mich die ganze Sache nochmal meiner Sicht kurz erklären:
Ich möchte keinen Hauptschuldigen nennen. War ne verrückte Zeit...

Die Sowejets haben ihre Mittelstreckenraketen auf Europa gerichtet, die westlichen Alliierten ihre auf Russland. Die Hauptlast in diesem Atomkriegszenario hätten wohl die Langstreckenbomber getragen. ICBMs waren gerade erst im Kommen. Da kam es dem Kreml doch nur gelegen, dass sich ihnen eine Insel im Vorgarten der Amerikaner auftut.
Die Menschheit stand niemals zuvor und wird hoffentlich nie näher am Rande eines Atomkriegs stehen wie damals. Zu unser aller Glück war die Meinung von Che & Co. nicht von Bedeutung...

murillo hat geschrieben:Aber lassen wir das Bitte.

OK. Sollen wir uns jetzt über die Errichtung von Konzentrationslagern oder Morden und Foltern der Opposition unterhalten? Nicht alle, nur die, für die Che persönlich verantwortlich war...

murillo hat geschrieben:Du hast deine Meinung und Che in deinem System schon längst in die Bösewicht Schublade abgelegt, wie gesagt Geschichte ist relativ, zumindest darin wie man sie auslegt. Wir können uns jetzt noch tagelang Fakten um die Ohren hauen, aber das würde nichts bringen, denn letztlich ist das reine Interpretationsfrage, was für mich bleibt ist eine reine Idee.

Es hat seine Zeit gedauert, bis ich Che in der Schublade hatte. Aber ab und zu hol ich ihn auch wieder raus...
Und du? Bleib am Ball, vllt kommst du ja auch noch dahinter...

murillo hat geschrieben:Frieden zu erreichen ist für mich, fast immer (gandhi), mit schmutziger Arbeit verbunden, für dich nicht, schön.

Komisch, aber Gandhi wollte ich auch schon zweimal als Beispiel für gewaltfreien Widerstand anführen. Seltsam das gerade du ihn jetzt aufgreifst... Welche schmutzige Arbeit hat der geleistet? Ach ja...Gandhi II

murillo hat geschrieben:Aber verstehst du mein Argument nicht? Das geht nicht, wenn der Status Quo bereits unmenschlich ist und genau dann muss die Handlung folgen. Also wenn das System in dem man lebt, unmenschlich ist.

Nein, ich verstehe dein Argument nicht.
Im vorliegendem Fall hat das eine unmenschliche System ein anderes unmenschliches System abgelöst. Und die Person, um der es hier dir geht hätte alle Systeme für alle Ewigkeit in Schutt und Asche gelegt...
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Beitragvon murillo » 14.01.2011, 02:02

murillo hat Folgendes geschrieben:
Aber es stimmt (obwohl es wohl nur Castro war? s.o.), aber das hat auch eine Vorgeschichte, kaum ein Jahr früher scheitert ein Invasionsversuch der Nordamerikaner bzw. Von ihnen ausgerüstete Exilkubaner und darauf folgte das Embargo, das auch noch heute gilt.

Falsch! Das Erdölembargo kam vor der Invasion, nach dem Embargo haben die Russen den Kubanern militärische und wirtschaftliche Unterstützung zugesagt.

Jaja ;) für ie diskussion jetzt, war das ein unwichtiges Detail
SmallAxe hat geschrieben:
murillo hat geschrieben:Frieden zu erreichen ist für mich, fast immer (gandhi), mit schmutziger Arbeit verbunden, für dich nicht, schön.

Komisch, aber Gandhi wollte ich auch schon zweimal als Beispiel für gewaltfreien Widerstand anführen. Seltsam das gerade du ihn jetzt aufgreifst... Welche schmutzige Arbeit hat der geleistet? Ach ja...

Eigentlich war er gerade mein Beispiel für die Ausnahme ;)

Der Papst... Hast du das neue Testament einmal gelesen? Er ist ein Symbol, wie Che es ist und beide entsprechen nicht dem was man im ersten Moment von ihnen annimmt. Die Praxis des Papstes hat nicht viel mit der Theorie (NT) zu tun und im Gegensatz hat Che nicht viel mit der Kommunistischen Praxis zu tun. Naja das ist meine Meinung.

SmallAxe hat geschrieben: Nein, es ist keine Schlussfolgerung. Che hat es in einem Interview gesagt.

Wenn du mir diese Stelle aus einer glaubwürdigen quelle zeigst, werfe ich meinen Che in die gleiche Schublade wie du. Aber das glaube ich kaum, denn die Schlussfolgerung die du gezogenhast ist die: Du ziehst aus seiner Wut oder Worten (Ich kenne das Interview nicht), dass er wütend darüber sei, dass Chrustschow die Raketen abgezogen hat, dass er die Welt vernichten w o l l e.

SmallAxe hat geschrieben: Atomraketen sind für eine kleine Insel eine denkbar ungünstige Defensivwaffe...

Sie sind Symbol, der kalte Krieg wurde wegen ihnen nie richtig heiss. Beide Seiten hätten dabei zu viel verloren.

SmallAxe hat geschrieben: OK. Sollen wir uns jetzt über die Errichtung von Konzentrationslagern oder Morden und Foltern der Opposition unterhalten? Nicht alle, nur die, für die Che persönlich verantwortlich war...

Nun gut, ich will sehen, Beweise bitte. Aber ich kenne die Todesurteile gleich nach der Revolution, auch seine Äusserung übers im Blut waten. Aber etwas objektives bitte.


SmallAxe hat geschrieben:Und die Person, um der es hier dir geht hätte alle Systeme für alle Ewigkeit in Schutt und Asche gelegt...

Schöne Worte und ja ich bin dafür, aber eben, Bob's Worte sind der Grundstein und jetzt los.

Da du kaum empfänglich für geschriebenes von mir sein wirst, kann dich vielleicht Nelson Mandela davon überzeugen, dass mein Standpöunkt nicht ganz daneben ist:
„Das kubanische Volk hat einen besonderen Platz im Herzen der Menschen von Afrika. Die kubanischen Internationalisten haben einen Beitrag zur afrikanischen Unabhängigkeit, Freiheit und Gerechtigkeit, der hinsichtlich seines prinzipientreuen und selbstlosen Charakters beispiellos ist. Wir in Afrika sind es gewohnt, Opfer von Ländern zu sein, die unser Land aufteilen und unsere Souveränität untergraben wollen. Es ist ohne Beispiel in der afrikanischen Geschichte, dass sich ein anderes Volk zur Verteidigung eines von unseren erhebt. Die Niederlage der Apartheidarmee war eine Inspiration für die mühsam kämpfenden Menschen in Südafrika! Ohne die Niederlage von Cuito Cuanavale wäre das Verbot unserer Organisationen nicht aufgehoben worden! Die Niederlage der rassistischen Armee bei Cuito Cuanavale machte es möglich, dass ich heute hier bin! Cuito Cuanavale war ein Meilenstein in der Geschichte des Kampfes um die afrikanische Befreiung!“

Das sagte er ihn Havanna, aus Dank für den Kubanischen Angola Einsatz.
Ganzer Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Kubanischer_Milit%C3%A4reinsatz_in_Angola#Nachwirkungen

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Beitragvon SmallAxe » 14.01.2011, 16:00

murillo hat geschrieben:Eigentlich war er gerade mein Beispiel für die Ausnahme :wink:

Ein gutes Beispiel, wie man es hätte besser machen können. In die gleiche Kerbe schlägt Bob Marley.

murillo hat geschrieben:Der Papst... Hast du das neue Testament einmal gelesen? Er ist ein Symbol, wie Che es ist und beide entsprechen nicht dem was man im ersten Moment von ihnen annimmt. Die Praxis des Papstes hat nicht viel mit der Theorie (NT) zu tun und im Gegensatz hat Che nicht viel mit der Kommunistischen Praxis zu tun. Naja das ist meine Meinung.

Ja, ich habe die Bibel gelesen. Ich möchte aber noch anmerken, dass ich Atheist bin und es Diskussionen über dieses Thema auch an anderer Stelle in diesem Forum gibt...
Du hast Recht, bei Che denkt man als erstes an Revolution und Freiheit. Je mehr man sich jedoch mit ihm auseinandersetzt, desto mehr tritt das in den Hintergrund. Che war immerhin drei Jahre (erfolglos) in der kubanischen Regierung tätig.

murillo hat geschrieben:Wenn du mir diese Stelle aus einer glaubwürdigen quelle zeigst, werfe ich meinen Che in die gleiche Schublade wie du. Aber das glaube ich kaum, denn die Schlussfolgerung die du gezogenhast ist die: Du ziehst aus seiner Wut oder Worten (Ich kenne das Interview nicht), dass er wütend darüber sei, dass Chrustschow die Raketen abgezogen hat, dass er die Welt vernichten w o l l e.

Das Interview ist eigentlich bekannt und taucht in vielen Biographien auf. Man kann jetzt annehmen, dass es das Interview so nicht gegeben hat, aber es gibt keinerlei Äußerungen von Che, die dieses widerlegen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Che_Guevar ... A4ren_Kuba
http://books.google.de/books?id=qfNY7fm ... ra&f=false

murillo hat geschrieben:Sie sind Symbol, der kalte Krieg wurde wegen ihnen nie richtig heiss. Beide Seiten hätten dabei zu viel verloren.

Che hätte nichts verloren...

murillo hat geschrieben:Nun gut, ich will sehen, Beweise bitte. Aber ich kenne die Todesurteile gleich nach der Revolution, auch seine Äusserung übers im Blut waten. Aber etwas objektives bitte.

Fahr selber hin:http://de.wikipedia.org/wiki/La_Caba%C3%B1a
Auch in diesem Zusammenhang interessant:
http://www.independent.org/newsroom/article.asp?id=1535

murillo hat geschrieben:Schöne Worte und ja ich bin dafür, aber eben, Bob's Worte sind der Grundstein und jetzt los.

Ich glaube du hast mich völlig missverstanden. Ich meinte, Che hätte jedes System zerstört, auch sowas wie das Ökosystem...
Bobs Worte dazu findest du zur Zeit immer in meiner Signatur...
Aber hier noch was:

I'n'I nah come to fight flesh and blood,
But spiritual wickedness in 'igh and low places.
So while they fight you down,
Stand firm and give Jah thanks and praises.
'Cos I'n'I no expect to be justified
By the laws of men - by the laws of men.
Oh, true they have found me guilty,
But through - through Jah proved my innocency.


murillo hat geschrieben:Das sagte er ihn Havanna, aus Dank für den Kubanischen Angola Einsatz.

Da war Che schon lange unter der Erde. Er selber hat den afrikanischen Kontinent nach seinem Scheitern im Kongo aufgegeben...
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Beitragvon RobertNesta » 14.01.2011, 17:31

ich glaube was smallaxe meinte ist das es sinnvoller ist sich aus dem system rauszuhalten und durch die lebensweise der rastafari über die nachfolgenden generationen langsam ein neues system zu entwickeln,welches auf ,,richtigen'' werten basiert und somit frieden schafft

korrigiert mich wenn ich falsch liege :wink:
Das einzig erleuchtene an Religion ist ein brennender Tempel bei Nacht.

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Beitragvon murillo » 14.01.2011, 22:09

RobertNesta hat geschrieben:ich glaube was smallaxe meinte ist das es sinnvoller ist sich aus dem system rauszuhalten und durch die lebensweise der rastafari über die nachfolgenden generationen langsam ein neues system zu entwickeln,welches auf ,,richtigen'' werten basiert und somit frieden schafft

Dabei sind wir wohl einer Meinung, aber was passiert wenn man sich nicht raushalten kann, wenn das Babylon System spürbare Realität ist, was wenn das System die Unterdrückung aufzwingt. Da ist für mich die Grenze.

SmallAxe hat geschrieben:Da war Che schon lange unter der Erde.

SmallAxe hat geschrieben:
Für mich ist Che untrennbar mit der Kubanischen Revolution und dem Regime, welches seit dem dort auf Kuba herrscht verbunden

Also ist er nur am schlechten schuld? Aber darum ging es mir nicht, sondern dass war ein Beispiel, dafür das Gewalt, Krieg und bewaffneter Widerstand auch verbesserung bringen kann.

Wäre Che wirklich einfach nur ein psychopathischer Mörder gewesen, wäre im Niemand gefolgt, aber so war das nicht, einige seiner Begleiter in Bolivien, die mit ihm starben, waren auch im Kongo dabei.
Auch wäre es für seine Revolutionen absolut Kontraproduktiv gewesen Gefangene Soldaten zu töten oder gar zu Foltern, Nein sie wurden sogar medizinisch betreut. Auch die Bevölkerung bekam solche und auch andere Hilfe. Warum? Ehrliche Menschenliebe, würde ich sagen. Aber für dich beweist das die kalte Logik.
Eine Revolution braucht das Vertrauen des Volkes, und auch die Armee ist letztlich Volk.

Auch in diesem Zusammenhang interessant:
http://www.independent.org/newsroom/article.asp?id=1535
Dein Link in ehren, aber dazu wäre wohl www.granma.cu das objektive Pendant. Ich den Artikel zwar nur halb gelesen, aber sowas einseitiges habe ich selten gelesen, zwar stimmen viele grundlegende Fakten, aber sie wurden entweder aus dem Zusammenhang gerissen, oder übertrieben. Eben das mit der Geschichte ist immer relativ, je nach den Quellen denen man vertraut kommt etwas anderes dabei raus.

murillo hat Folgendes geschrieben:
Sie sind Symbol, der kalte Krieg wurde wegen ihnen nie richtig heiss. Beide Seiten hätten dabei zu viel verloren.

Che hätte nichts verloren...

Muss ich sagen, dass ich das für Quatsch halte^? Auch wenn ich die Sowjets und die USA meinte, ändert das nichts, du siehst ihn eben so.

murillo hat Folgendes geschrieben:
Wenn du mir diese Stelle aus einer glaubwürdigen quelle zeigst, werfe ich meinen Che in die gleiche Schublade wie du. Aber das glaube ich kaum, denn die Schlussfolgerung die du gezogenhast ist die: Du ziehst aus seiner Wut oder Worten (Ich kenne das Interview nicht), dass er wütend darüber sei, dass Chrustschow die Raketen abgezogen hat, dass er die Welt vernichten w o l l e.

Das Interview ist eigentlich bekannt und taucht in vielen Biographien auf. Man kann jetzt annehmen, dass es das Interview so nicht gegeben hat, aber es gibt keinerlei Äußerungen von Che, die dieses widerlegen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Che_Guevar ... A4ren_Kuba
http://books.google.de/books?id=qfNY7fm ... ra&f=false

Das Schöne für mich ist, dass er mir erhalten bleibt. Aber ja, er war eine Ecke radikaler als ich mir davor eingestand, aber er wo l l t e das nicht.
Ich glaube du hast mich völlig missverstanden. Ich meinte, Che hätte jedes System zerstört, auch sowas wie das Ökosystem...

Ja da hab ich dich missverstanden, ja aber wie ging das : Fighting against isms and scisms...
Aber egal


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